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Marktbericht Q2 2026 ·

Immobilienmarktbericht
Niederrhein Q2 2026

Preise, Zinsen und Marktbewegungen für Grefrath, Kempen, Viersen und den Niederrhein — sachlich eingeordnet. Datenbasis: Angebotspreise und Transaktionsdaten April bis Mai 2026.

3.090 € Ø EFH €/m²
2.660 € Ø ETW €/m²
3,5–4,8 % Brutto-Rendite
+3,8 % Preistrend 12M
3,8–4,3 % Bauzins 10J

Der Immobilienmarkt am Niederrhein zeigt im zweiten Quartal 2026 eine stabil positive Entwicklung, aber mit deutlich gestiegener Zinsunsicherheit. Der EZB-Leitzins liegt nach dem Beschluss vom 30. April 2026 unverändert bei 2,00 % — doch die Inflation stieg im April 2026 auf 3,0 % und erhöht den Druck auf die EZB. Eine Zinserhöhung am 11. Juni 2026 gilt als mögliches Szenario.

Bauzinsen liegen derzeit bei 3,8–4,3 % p.a. — rund 0,5 Prozentpunkte höher als in Q1/2026. Das erhöht die monatliche Rate spürbar und bremst die Nachfrage von Erstkäufern. Im Gegenzug profitiert der Mietmarkt: Mietpreise steigen weiter stärker als Kaufpreise, Kaufpreisfaktoren bleiben unter 25.

Mein Fazit: Der Niederrhein-Markt bleibt strukturell stabil. Wer kaufen oder verkaufen will, sollte Q2/2026 aktiv nutzen — das Fenster vor einer potenziellen Zinserhöhung schließt sich möglicherweise schneller als erwartet.

— Eduard Gall, Immobilienmakler · Gallium Estate UG

Preisklima Stabil/leicht positiv
Nachfrage EFH Stark
Nachfrage ETW Moderat
Zinsklima Unsicher ↑
Leerstand Niedrig (1,6 %)
Liquidität Hoch (Eigennutzer)
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Ø Angebotspreise in €/m² — Niederrhein Q2 2026
Objekttyp Ø €/m² Typische Spanne Trend gg. Q1 Segment
Einfamilienhaus (frei) 3.090 € 2.650–3.900 € +2,0 % Eigennutzer / Altersvorsorge
Eigentumswohnung 2.660 € 2.150–3.450 € +1,5 % Eigennutzer / Kapitalanlage
Mehrfamilienhaus 2.400 € 1.950–2.950 € +2,1 % Investor / Kapitalanlage
Bauland (erschlossen) 195 € 145–285 € +2,6 % Eigennutzer / Projektentwicklung
Gewerbe (Büro/Handel) 1.700 € 1.200–2.450 € +1,2 % Investor / Gewerbebetrieb
Richtwerte. Eigene Analyse, Gutachterausschuss NRW, ImmoScout24, Immowelt (Mai 2026). Keine Gewähr.

Mietpreisentwicklung — Kaltmiete €/m²

Bestandswohnungen, Angebotsmieten. Niederrhein Q2 2026.

Willich
11,05 €
Kempen
10,80 €
Tönisvorst
10,45 €
Krefeld
10,25 €
Viersen
9,95 €
Grefrath
9,70 €
Nettetal
9,40 €
Willich
490.000–640.000 €

Höchstes Preisniveau der Region; geringe Vermarktungszeit, stabile Käufernachfrage.

Kempen
465.000–610.000 €

Historischer Stadtkern und Umland; leicht steigende Angebotspreise.

Tönisvorst
445.000–575.000 €

Solide Familienlage; Preisniveau zieht gegenüber Q1 an.

Krefeld
425.000–555.000 €

Größter Markt der Region; Preisschere zwischen Stadtteilen bleibt hoch.

Viersen
380.000–520.000 €

Preislich attraktiv; Jahrestrend +4,6 % — höchste Dynamik im Kreis.

Grefrath Standort
355.000–490.000 €

Mein Heimatmarkt. Stärkste prozentuale Steigerung Q1→Q2 im Kreis Viersen.

Nettetal
345.000–475.000 €

Grenznähe NL; günstige Einstiegspreise, Nachfrage anzieht.

Richtwerte frei stehende EFH. Lage, Baujahr und Zustand können erheblich abweichen. Basis: eigene Auswertung, Angebotsportale, Gutachterausschuss-Berichte NRW (Mai 2026).

Die EZB hat den Einlagenzins am 30. April 2026 zum siebten Mal in Folge bei 2,00 % belassen — seit acht Senkungs­schritten ab Juni 2024. Doch das Bild trübt sich: Die Inflation im Euro-Raum stieg im April 2026 auf 3,0 % und liegt damit deutlich über dem EZB-Zielwert von 2 %. Marktbeobachter halten eine Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte bei der nächsten Sitzung am 11. Juni 2026 für möglich.

Bauzinsen (10-jährige Zinsbindung) liegen derzeit bei 3,8–4,3 % p.a. — rund 0,5 Punkte höher als in Q1. Ein 300.000 €-Darlehen mit 2 % Tilgung kostet damit monatlich ca. 1.450–1.575 € (Q1 noch ca. 1.325–1.400 €).

Meine Einschätzung: Wer konkrete Kaufpläne hat, sollte Finanzierungskonditionen jetzt sichern und nicht auf weitere Zinssenkungen spekulieren. Das Risiko einer Erhöhung überwiegt derzeit das Chancenpotenzial einer Senkung.

10J-Baugeld (Eff.) 3,8–4,3 %
5J-Zinsbindung 3,5–3,8 %
EZB-Leitzins 2,00 %
Inflation Apr. 2026 3,0 %
Nächster EZB-Termin 11. Jun. 2026
Keine Anlageberatung. Quelle: EZB, Finanztip (Mai 2026).
Finanzierungsrechner →
10J-Baugeld · Apr–Mai 2026 (eff. p.a.)
3,88 %
Apr
4,05 %
Mai

Quelle: Bundesbank-Zeitreihen, Finanztip, eigene Aufbereitung. Keine Gewähr.

Mehrfamilienhäuser am Niederrhein erzielen in Q2 2026 Brutto-Renditen von 3,5–4,8 %. Netto nach Instandhaltungsrücklage (ca. 10–12 €/m²/Jahr), Hausverwaltung und Leerstandsrisiko verbleiben realistisch 2,5–3,7 %.

Mit Bauzinsen von aktuell 3,8–4,3 % ist der Spread zwischen Rendite und Finanzierungskosten auf ein Minimum geschrumpft. Nur Objekte mit Brutto-Renditen über 4,5 % oder hohem Eigenkapitalanteil (>40 %) rechnen sich ohne Wertsteigerungs­erwartung. Objekte mit Sanierungsstau können bei 10–15 % Preisabschlag interessant sein — der Aufwand muss sauber durchgerechnet werden.

Der DSCR (Debt Service Coverage Ratio) sollte bei Banken mindestens 1,20 liegen. Bei aktuellen Zinsen bedeutet das: deutlich mehr Eigenkapital als noch 2021/22.

Brutto-Rendite 3,5–4,8 %
Netto-Rendite 2,5–3,7 %
Leerstandsquote 1,6 %
IH-Rücklage ~10 €/m²/J
DSCR Zielwert Bank > 1,20
Finanzierungskosten ~4,0 %
Rendite berechnen →
EFH-Preise Stabil bis +1,5 %

Nachfrage von Eigennutzern bleibt stark. Kein Einbruch erwartet, aber Zinsanstieg bremst Marktdynamik.

ETW-Preise Leicht positiv

Mietrenditen verbessern sich — Kapitalanleger suchen gezielt nach ETW mit gutem Mietspiegel.

Bauzinsen 3,8–4,5 % möglich

EZB-Sitzung 11. Juni 2026 kritisch. Zinserhöhung um 0,25 % nicht ausgeschlossen.

Kapitalanlage Selektiv mit Eigenkapital

Nur Objekte mit Brutto-Rendite > 4,5 % oder Sanierungspotenzial sind bei aktuellen Zinsen attraktiv.

Hinweis: Diese Einschätzung basiert auf eigener Marktbeobachtung und öffentlich verfügbaren Daten (EZB, Finanztip, ImmoScout24, Immowelt, Mai 2026). Sie ersetzt keine individuelle Beratung und stellt keine Anlage- oder Kaufempfehlung dar. Ich hafte nicht für Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.

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